Fiche du document numéro 36402

Num
36402
Date
Mercredi 10 Oktober 1962
Amj
Auteur
Fichier
Taille
514389
Pages
2
Urlorg
Titre
Aktennotiz über den Besuch einer Regierungsdelegation aus Rwanda
Nom cité
Nom cité
Nom cité
Fonds d'archives
Type
Note
Langue
DE
Citation
+.941.1.Rwandan.- KH/kr Den 10. Oktober 1962.

AKTENNOTIZ

über den Besuch einer Regierungsdelegation aus Rwanda

Staatspräsident Kayibanda spricht in Begleitung seines
Finanzministers Gaspar Zyimana und zwei weiterer Herren vor, um
sich zu erkundigen, ob die Schweiz in der Lage wäre, seinem
jungen Staatswesen technische Hilfe zu leisten. K. erklärt,
er habe sein Anliegen heute auch Bundespräsident Chaudet vor-
getragen und dieser habe ihm geantwortet, wahrscheinlich werde
das Politische Departement Mittel und Wege finden, die ver-
langte technische Hilfe im einen oder anderen Falle zu leisten.

Die Besucher zeigen besonderes Interesse für eine zu-
verlässige Beratung auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs. Das Klima
sei in Rwanda so günstig wie selten irgendwo in Afrika, die
meisten Siedlungen befänden sich auf 2000 m über Meer und würden
sich als Erholungsort bestens eignen. Wie diese günstigen Voraus-
setzungen aber ausgenützt werden kônnten, sollte von erfahrenen
Fachleuten beurteilt werden. Erst wenn deren positive Meinung vor-
liege, wolle man dann prüfen, was weiter vorzukehren sei.

Ich erkläre, wir seien grundsätzlich bereit, ein offi-
zielles Gesuch wohlwollend zu prüfen und abzuklären, ob wir auf
diesem Gebiete helfen kônnten. Hinweise auf unsere Aktionen in
Tunesien, Türkei, Persien, Thailand usw., ferner auf die Ausbildung
junger Ueberseer in Spezialkursen in der Schweiz.

K. erwähnt, man benbtige auch ausländische Hilfe für
den Ausbau des Strassennetzes und die Erschliessung der Wasserkräfte.
Ich antworte mit einem Hinweis auf unsere Beraterfirmen, unsere Fach-
industrie und die Projektionsbüros. Auf dem Gebiet der hydro-
elektrischen Kraftwerke zeigen die Besucher besonders reges Interesse;

sie scheinen schon einiges über unsere Leistungen zu wissen.

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Als weitere Sektoren nennen die Gäste die Viehzucht und
die Verwertung von Naturgas. Ich antworte, bei Viehzucht sei eine
Mitwirkung unseres Landes denkbar, während wir in der Naturgas-
wirtschaft kaum etwas bieten kônnten.

K. erkundigt sich nach unseren Bedingungen für Experten
und Stipendiaten. Ich orientiere ihn eingehend über die bei uns
üblichen Modalitäten und weise darauf hin, dass infolge der Ueber-
füllung der westschweizerischen Hochschulen Universitätsstipendien
nur noch in beschränktem Ausmass und nur dann erteilt werden kônnen,
wenn die Kandidaten sehr gut ausgewiesen sind und eine unserer
Lendessprachen wirklich genügend beherrschen. Bessere Môglichkeiten
bestehen für die Ausbildung an Fach- und Berufsschulen in Handel
und Gewerbe.

K. weiss bereits, dass Herr R. Ulrich, Adjunkt bei der Eid-
genôssischen Finanzverwaltung, von der UNO als Berater für Fiskal-
politik nach Rwanda entsendet werden soll. Er fügt bei, auf Grund
der früher mit schweizerischen Experten gemachten Erfahrungen wür-
den es die Behôrden seines Landes begrüssen, wenn auch noch schwei-
zerische Fachleute auf andern Sektoren eingesetzt werden kônnten. Er
ervëähnt Landwirtschaft, Aussenhandel und monetäre Fragen. Im übrigen
will K. uns nach seiner Rückkehr ausführlich schreiben, wo unsere
Hilfe ihm besonders erwünscht erscheint.

Beim Abschied erklärt er noch, schweizerische Missionare
und Missionarinnen hätten in seinem Lande hervorragende Arbeit ge-
leistet und stünden allgemein in hohem Ansehen.

Kopien dieser Notiz gehen an Herrn Bundesrat Wahlen,
an die Abteilung für Politische Angelegenheiten, an die Handels-
abteilung des Eidgenüssischen Volkswirtschaftsdepartementes, an
Herrn R. Ulrich, Adjunkt bei der Eidgenôssischen Finanzverwaltung
und an das Schweizerische Generalkonsulat in Leopoldville.

Der Delegierte
für technische Zugammenarbeit
Haut

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